PRESSE
                      
Märkische Allgemeine Zeitung – 26.10.2009

Was für ein Krach!

Das erste Schlagzeugfestival „Listen and drum“ im Lindenpark hätte mehr Publikum verdient

„Gott sei’s getrommelt“...

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„Gott sei’s getrommelt“…

POTSDAM / BABELSBERG - Am Wochenende war Gruppenkuscheln angesagt für alle, die wissen, an welchem Ende man die Sticks anfasst oder die sich schon in hochkarätige Bandbesetzungen hoch getrommelt haben. Von Freitagabend bis Sonntag fand im Lindenpark das erste „Listen-and-drum“-Festival statt. Eine Programmmischung aus Konzert und Performances, Workshop, Clinics genannten Profi-Vorspielen und Nachwuchswettbewerb lockte übers Wochenende insgesamt 350 Besucher ins Haus.

Nach einem konzertanten Einstieg am Freitag wurde der Samstag vornehmlich zum Arbeiten genutzt. Der Tag begann mit Workshops, die von namhaften Schlagzeugern geleitet wurden. Über 60 Schlagzeuge waren dafür in sämtlichen Räumen des Lindenpark und im Jugendclub JWD aufgestellt worden, der Potsdamer Bodo Splisteser und andere hatten stundenlang geschraubt. Hinter den Türen, im Backstage-Bereich, im Keller und draußen im Container waren nun konzentrierte Schüler um Meister des Metiers gruppiert, vibrierte die Luft voller Energie. Marco Baresi vermittelte Reggae- Rhythmen, Armin Rühl, seit 25 Jahren Herbert Grönemeyers Taktgeber, war ein gefragter Gesprächspartner, Dirk Brand, der etwa für Gloria Gaynor getrommelt hat, erklärte im Electronic Workshop, wie man Malen nach Zahlen auch als Trommelmethode anwenden kann. Hans in’t Zandt kümmerte sich in kleinen Gruppen intensiv um seine Schüler und arbeitete an der Fußtechnik, während es bei Tyronne Silva natürlich um Metal Drumming ging.

Silva legte auch bei den Clinics-Vorspielen im großen Saal eine beeindruckende Performance hin, der größte Hexenkessel des Abends gehörte unumstritten ihm. Das verdeutlichte die Schnittmenge dieses Tages, die vom Minimalisten Rühl bis zu Silva für jeden etwas zu bieten hatte.

Je später der Abend, desto mehr nahm die Veranstaltung Konzertcharakter an, füllte sich der Saal, wobei die Qualität des Dargebotenen mehr Zuschauer verdient hätte. Das Beste stand wie immer zuletzt im Programm. Wer bis dahin noch kein Herzkammerflimmern bekommen hatte, konnte einen fulminanten Abschlussact erleben und mitgestalten. Bombus mit Lars Neugebauer stimmte die Leute noch einmal so richtig ein, dann endlich, bei N.U. Unruh von den Einstürzenden Neubauten und seiner Massenperformance „Gott sei’s getrommelt“ durfte schließlich jeder selbst mit Hand anlegen. Die Macher des Festivals auf der Bühne und die Gäste im Saal an etwa 20 Trommeltischen für jeweils drei bis vier Amateurschlagzeuger arbeiteten sich in einen Rhythmus hinein, der sich bald verselbstständigte und eine eigene Dynamik entwickelte. An Trommeln, Becken und Stahlrohren rührten schließlich über 100 Leute im Saal und auf der Bühne gemeinsam. Was für ein Finale, was für ein Krach! (Von Steffi Pyanoe)

Festivalsplitter

  • Zu den jüngsten Trommlern gehörten Gino (7) und Benny (9). Die Schnupperstunde einer Berliner Percussionsschule war genau richtig für sie. Nach 20 Minuten unter Anleitung hatten sie einen ordentlichen Beat drauf. Das machte richtig Spaß.
  • Sechs Schlagzeuge eines Potsdamer Musikhauses, vom Set für Linkshänder bis zum kompakten E-Drum für das kleine Kinderzimmer, waren im Foyer aufgebaut und luden ein zum Ausprobieren. Hier war immer was los. Wann kann sich der Nachwuchs schon mal hemmungslos auf einem Tausend-Euro-Set auslassen?
  • Beim Newcomercontest zeigten neun junge Schlagzeuger, unter ihnen übrigens auch eine junge Frau, was der Nachwuchs so kann. Das beste Solo der jüngsten Altersgruppe lieferte der neunjährige Joran aus Wolfsburg. Kein Wunder, ist doch Schlagzeuglegende Tyronne Silva sein Lehrer.
  • Mareike, einzige Frau unter den Teilnehmern des Contest, bekam zwar keinen Preis, hätte aber einen verdient: Sie ließ sich spontan nachnominieren und setzte das kurz zuvor im Workshop „Creative Drumfills“ Gelernte gleich um. „Sehr Mutig“, fand auch die Jury.
  • Was ein ordentlicher Drummer werden will, der hält sich am besten an Armin Rühls goldene Regeln: Immer ein Lächeln im Gesicht. Nie besser aussehen als die anderen Musiker. Und: Duschen nicht vergessen! spy

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11640681/60709/Das-erste-Schlagzeugfestival-Listen-and-drum-im-Lindenpark.html

Potsdamer Neueste Nachrichten – 22.10.2009

Immer feste druff

Das Festival “listen and drum” im Lindenpark 

Von ihren Musikerkollegen werden sie wegen ihrem penetranten Hang zur Lautstärke oft liebevoll als „Polterjochen“ bezeichnet. Doch der Schlagzeuger quittiert solche Ehrbezeichnungen meist nur mit einem feinen Lächeln. Er weiß ja, dass sein Spiel das rhythmische Rückgrat für seine Bandkollegen liefert und alles zusammenhält, wenn die Instrumente mal wieder ihren eigenen Weg gehen wollen. Und oft muss er nicht einmal lange warten, bis sich der Gitarrist während der gemeinsamen Probe in seinem Solo verhakt und für ein vorzeitiges Ende sorgt. Dann lässt der „Polterjochen“ akrobatisch einhändig einen Schlagzeugstock kreisen, grinst breit und sagt charmant: „Bloß gut, dass die Gitarre nur sechs Saiten hat“. 

Erst solche herzlichen Sticheleien versüßen das tägliche Bandleben und sorgen für die besondere Chemie zwischen den Musikern. Gleichzeitig sind sie augenzwinkernder Hinweis, weiterhin an der eigenen Technik zu arbeiten. Denn ob Schlagzeug- oder Gitarrensolo oder das ganze Bandgemenge, die Kunst, damit zu begeistern, kommt noch immer von Können. Dass der Schlagzeuger mehr ist als nur ein „Polterjochen“ wird das am morgigen Freitag im Lindenpark beginnende dreitägige Trommlertreffen „listen and drum“ zeigen

Für das gesamte Wochenende hat das Team um den Potsdamer Schlagzeuger Lars Neugebauer ein vielfältiges Programm mit Workshops, die vom Schnupperkurs bis zur Sambaklasse reichen, Konzerten, Instrumentenmarkt und einem Newcomerwettbewerb zusammengestellt. Das internationale Potsdamer Drummer Meeting „listen and drum“, das in dieser Form und Größe zum ersten Mal in der Region stattfindet, richtet sich neben dem professionellen Schlagzeuger auch an den begeisterten Hobbytrommler. 

Neben dem Austausch zwischen den aktiven Trommlern werden vor allem die Auftritte von „playmoBEAT“, Bombus und der Performance „Gott sei’s getrommelt“ für den passiven Schlagwerkefan die entsprechenden Höhepunkte bieten. Denn wenn sich Trennschleifer zum treibenden Schlagzeug gesellen, entsteht mit Sicherheit eine ganz eigenwillige musikalische Welt. Und wenn es auch verhältnismäßig laut werden sollte, nicht böse sein, auch der friedfertigste Drummer möchte mal ein „Polterjochen“ sein. Dirk Becker

http://www.pnn.de/potsdam-kultur/229087/

Märkische Allgemeine Zeitung – 21.10.2009

Gott sei´s getrommelt

Erstes Schlagzeugfestival im Lindenpark 

POTSDAM / BABELSBERG - Auf hunderte von Schlagzeugern, Schlagzeuginteressierten und Schaulustigen ist der Lindenpark zum bevorstehenden Wochenende vorbereitet. Von Freitag bis Sonntag öffnet der Traditionsklub in der Stahnsdorfer Straße zum ersten „Listen-and-Drum“-Festival. Eröffnet wird das Festival am Freitagabend ab 20 Uhr mit Konzerten mehrerer Bands und Musiker, die allesamt Schlagzeugexperten sind. Hans In’t Zandt rührte die Drums für Bands wie Chinawhite, Terra Nova, The Chillfactor, Rock d’House oder die Thin Lizzy Tribute Parris. Andi Bühler präsentiert mit seinem „Aktuellen Beatstudio“ eine Soloshow mit Schlagzeug, Elektronik und Stimme. Mit dem Ensemble „Hypercussions“ schließlich kommen fünf Schlagzeuger unterschiedlichster Herkunft – von Orchestern über Avantgardeensembles, Punk, Death-Metal und Elektro-Liveacts bis zu Musicals und Theater – gemeinsam auf die Bühne. In der Band spielen untere anderem Jan Burkamp (Boundzound), Nadim Helow (Boombaker) und Daniel Eichholz (früher Tocotronic).

Namhaft ist auch die Besetzung des am Sonnabend um 11.30 Uhr einsetzenden Workshopprogramms und der nachmittäglichen Clinics-Solovorspiele im großen Saal, bei denen die Profis größerem Publikum einen Blick in ihre Trickkiste gewähren. Workshops gibt es unter anderem mit Grönemeyer-Schlagzeuger Armin Rühl, Marco Baresi (Gentlemen, Far East Band), Sascha Kaisler (Drum Heads!), Mirko Schmidt (Theplanetdrum) und dem Metal-Experten Tyrone Silva.

Nach dem Finale eines Nachwuchswettbewerbes ab 18.30 Uhr im großen Saal, der Siegerehrung und weiteren Clinics kommt um 20.30 Uhr ein Auftritt des Akustikprojektes „Playmobeat“ mit David Pätsch (ehemals Subway to Sally), Chris Heiny (ehemals Blue Man Group) und Andi Bühler (Elektrik Krause). Um 21.30 Uhr folgt das Mensch und Maschine vereinende Akustikprojekt „Bombus“ um den Potsdamer Schlagzeugexperten Lars Neugebauer, der das „Listen-and-Drum“- Festival ins Leben gerufen hat. Für das Finale ab 22.30 Uhr wird der Saal des Lindenparks komplett mit Trommeltischen fürs Publikum bestückt. Die vom Percussionisten der Einstürzenden Neubauten N.U. Unruh choreografierte Performance „Gott sei’s getrommelt“ unter Beteiligung aller Anwesenden wird wohl beides: extatisch und laut.

Ausklingen soll das Festival am Sonntag mit einem Musikerfrühstück und einem Instrumentenflohmarkt, bei dem auch schlagzeugferne Interessensphären bedient werden sollen. Eine Musiker-Kontaktbörse soll es laut Mitorganisator Mike Geßner an allen drei Festivaltagen geben.

(Von Volker Oelschläger)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11636771/60709/Erstes-Schlagzeugfestival-im-Lindenpark-Gott-seis-getrommelt-MUSIK.html

Märkische Allgemeine Zeitung – 07.08.2009

Riesenschlagzeug, Riesenlärm

Lindenpark läd mit “listen and drum” zum gewaltigsten Trommlertreffen Ostdeutschlands ein

POTSDAM / BABELSBERG - „listen and drum“ (Höre und trommle) ist der Titel eines Festivals für Schlagzeuger, das vom 23. bis zum 25. Oktober im Lindenpark stattfinden soll. Ausgerichtet wird die in Ostdeutschland bislang einmalige Veranstaltung für Schlagzeuginteressierte aller Altersgruppen, Ausbildungs- und Erfahrungsstufen. Namhafte Schlagzeuger werden in Workshops und „Clinics“ genannten Soloauftritten mit Erläuterungen zwischen den einzelnen Titeln Wissen und Tricks weitergeben. Die Ausschreibung eines Wettbewerbs in drei Altersgruppen ist seit dem 1. August auf der Internetseite des Festivals veröffentlicht. Initiator Lars Neugebauer rechnet mit hunderten von Interessenten.

Der Potsdamer Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer, der am Sonnabend vor der finalen Performance selbst mit seiner von Trommeln und Percussions dominierten Band „Bombus“ auf die Bühne kommt, weiß allein schon in Potsdam von einer gewaltigen Anzahl von Trommlern. Recherchen hätten vor zwei, drei Jahren ergeben, dass es in der Landeshauptstadt an die 1000 Bands und Bandprojekte gäbe, die meisten mit von ihnen mit Schlagzeugern. In den privaten und öffentlichen Musikschulen in Stadt und Umgebung gehöre der Unterricht an den Drums zu den Fächern mit langer Warteliste. Allein in Potsdam gebe es weit mehr als 50 Schlagzeuglehrer, sagt Neugebauer. Berlin eingerechnet, gebe es „mehrere 1000“ Schlagzeuger in der Region.

Bewerbungen für den Schlagzeugwettbewerb sind bis zum 30. September möglich. Die Finals mit den jeweils besten zehn Trommlern in den Alterskategorien unter zehn Jahren, zehn bis 20 und über 20 Jahren werden im großen Saal ausgetragen. Als Preise gibt es den „Goldenen Stock“ und diverse Sachpreise. Als Workshops sollen unter anderem Samba-, Schnupper-, Drumsound-, Masterclass-, Modern-Drumming- und Metal-Drumming-Kurse angeboten werden.

Mit dem von N.U. Unruh, Musiker der Einstürzenden Neubauten, initiierten Projekt „Gott sei’s getrommelt“ (GSG) sei auch die erste Performance für den Hauptabend bestätigt. Unruh verfüge über mehr als 100 mit Schlagzeugen bestückte Trommeltische, die jeweils bis zu sechs Musikern Platz böten. Neugebauer schildert, wie sich bei solchen GSG-Performances nach lang andauerndem, von elektronischen Hintergrundklängen gelenktem Krach eine Art Takt herausschält, vergleichbar dem rhythmischen Klatschen, dessen Einsetzen bei gelungenen Kulturveranstaltungen bei länger anhaltendem Applaus zu beobachten ist.

Zum Abschluss gegen Mitternacht soll es aber noch eine Steigerung geben. Neugebauer plant zu dem Happening mit allen Beteiligten eine Art Drum-Karaoke mit laufenden Schlagzeugnoten auf Leinwänden und Monitoren. Mechanik und Dynamik der Choreografie lassen sich vielleicht mit der Funktionsweise der versammelten Fischer-Chöre vergleichen, selbstredend bei ganz anderem Klangresultat.

Neben Profis und Lernenden sind auch Schlagzeug-Laien zu dem Trommelfest eingeladen. Wer am Einlass eine Trommel bedienen kann, komme, so sei es geplant, allerdings ermäßigt zu Musikerkonditionen in den Saal.

Abgerundet werden soll das Festival am Sonntag durch einen großen Musikmarkt mit Brunch, der auch allen anderen Instrumentengruppen offenstehen soll. Neugebauer, der im Herbst mit seiner eigenen Schlagzeugschule wieder in den Lindenpark einzieht, hofft, dass das „Listen-and-drum“-Festival bei Erfolg in den nächsten Jahren fortgesetzt werden kann und vielleicht auch Nachahmer mit anderen Instrumenten findet.


(Von Volker Oelschläger)


http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11576984/60709/Lindenpark-laedt-mit-Listen-and-drums-zum-gewaltigsten.html